Fotografie - Licht - Blende - Schärfe 

Als professionelle Fotografin nutze ich gerne und bewusst die manuellen Einstellmöglichkeiten meiner Kamera. Denn diese beeinflussen die Bildgestaltung und die Bildsprache. In der Businessfotografie nutze ich diese manuellen Möglichkeiten.

 

Viele meiner Kunden besitzen eine Spiegelreflexkamera, fotografieren aber überwiegend mit der Automatikfunktion. Ich werde von meinen Kunden oft gefragt:

Was genau sagen die Blende, ISO und die Belichtungszeit aus und wie muss ich sie einstellen? Ich möchte in den nächsten Blogbeiträgen auf diese Frage eingehen. Die drei Genannten haben als gemeinsame Auswirkung, dass sie mehr oder weniger Licht auf den Sensor lassen. Gemeinsam sorgen sie für die Belichtung des Bildes. Sie bestimmen also, wie hell oder dunkel das Bild wird.


Zunächst beginne ich mit der Blende.

Die Blende


Die Blende regelt, wie weit das Objektiv geöffnet wird. Je weiter das Objektiv geöffnet ist, umso mehr Licht wird auf den Sensor der digitalen Kamera fallen. Wie viel Licht durch die Blende einfallen kann, entscheidet eine Iris-Vorrichtung im Objektiv.


Wenn Fotografen von der Blende sprechen, dann begegnet man den interessanten Zahlen wie f/2,8 oder f/11.


“f/” ist die Bezeichung für die Blende. Die Zahl beschreibt die Öffnung der Blende. Je weiter die Blende geöffnet ist, desto mehr Licht dringt durch dein Objektiv. Die Blende wird angegeben mit einem “f”, zum Beispiel “f 2,8″. Je höher diese Zahl, desto kleiner ist die Öffnung und desto weniger Licht kommt hindurch. Je kleiner die Zahl, desto mehr Licht kann durch dein Objektiv dringen.


große Blenden sind zum Beispiel: 1,4 oder 2,8



kleine Blenden sind zum Beispiel: 8, 11, 16 oder 22

Aus der Grafik kann man Folgendes ablesen:


Je höher die Zahl hinter f/ , umso kleiner die Öffnung der Blende. In der Grafik erkennt man die Unterschiede zwischen Größe der Öffnung und Zahl der Blende: Je größer die Zahl der Blende (z.B. f/16), desto kleiner der Blenden-Durchmesser, desto weniger Licht kommt rein (hier spricht man von einer „kleinen oder geschlossenen Blende„).


Je kleiner der Blendenwert (z.B. f/1,4), desto größer der Blenden-Durchmesser, desto mehr Licht kommt rein (hier spricht man von einer „großen oder offenen Blende„).


Die sogenannte „Offenblende“ ist die Blende, die das Objektiv hat, wenn die Iris-Blende vollständig geöffnet ist.


Wichtig ist, dass Sie wissen, dass eine kleine Blendenzahl viel Licht reinlässt und eine große Blendenzahl wenig Licht reinlässt!



Ich nenne die Blende - die Kreative.


Was die Blende zum kreativen Gestaltungsmittel macht ist Folgendes:


Sie beeinflusst auch die Schärfe innerhalb des Bildes.


Je weiter Sie die Blende schließen (große Zahl), um so größer ist der Bereich, der Scharf abgebildet wird. Dies nutzt man z.B. bei Landschaftsaufnahmen, bei denen man sowohl Vordergrund, als auch den Hintergrund scharf abbilden möchte.


Je größer die Blendenöffnung ist (kleine Zahl), um so geringer die Schärfentiefe – der Hintergrund wird um so unschärfer, je weiter die Blende offen ist.


Wenn Ihnen das zu kompliziert erscheint, dann machen Sie folgenden Versuch: Fotografieren Sie einmal ein Objekt mit jeweils unterschiedlicher Blende: f/2.8, f/4, f/5,6, f/8, f/11, f/16, f/22. Die meisten Kameras bieten hierzu die Automatikfunktion Blendenvorwahl.


Sie werden erkennen, dass die Unschärfe am Höchsten ist, je weiter die Blende geöffnet wird und je mehr Licht auf den Sensor trifft. Hier spricht man auch von der sogenannten Schärfentiefe.


Je weiter die Blende geöffnet ist (z.B. f/2,8), desto weniger Schärfentiefe hat man im Bild – es werden nur wenige Details scharf gestellt.


Bei einer kleinen Blende (z.B. f/16), also je weiter die Blende geschlossen wird, werden mehr Details im Bild scharf gestellt.


Mit lichtstarken Objektiven (z.B. f/1,8) kann man den Effekt nutzen, dass man mit diesen Objektiven toll freistellen kann: Die Person oder ein Objekt hebt sich vor einem unscharfen Hintergrund ab.


Dies wird gerne in der Portraitfotografie genutzt: Bei Businessportraits, Bewerbungsfotos und auch Mitarbeiterportraits, in der Modefotografie.


Die Blende ermöglicht dem Fotografen einen großen fotografischen Gestaltungsspielraum, sie ist eine der drei Kreativen Belichtungszeit, ISO und Blende.

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Über die Autorin:

 

©Beata Lange -

Beata Lange berät und unterstützt Unternehmen und Selbstständige durch Businessfotografie – Portrait und Team, Veranstaltungen und Arbeitssituationen. Sie wollen mehr erfahren? Hier geht es zur Website: www.beatalange.de


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