Rechtliche Fallstricke bei der Webseite: Schriftarten

Dass die Verwendung speziell von Bildern auf der eigenen Firmenhomepage besonderen Vorschriften und Einschränkungen unterliegt, wissen die meisten: Deshalb ist es hier besonders wichtig, sich an die Nutzungsbedingungen von Fotografen und Stockphoto-Anbietern zu halten, um Abmahnungen zu vermeiden.

 

Was dagegen weniger bekannt ist, sind die ebenfalls stark reglementierten Nutzungsmöglichkeiten von digitalen Schriftarten (der sogenannten Web-Fonts):


Lizenz zur Nutzung vorhanden?

Auch hier gilt, dass derjenige, der eine Schrift verarbeitet, zu der Nutzung im Rahmen dieses Einsatzes berechtigt sein muss.

Das heißt, dass man grundsätzlich also das Recht zur Verwendung (=eine Lizenz) erwerben muss. Schriftlizenzen sind Nutzungsverträge für Software - und die Nutzungsbedingungen werden zwischen Lizenzgeber und Linzenznehmer geregelt.

 

Es wird komplizierter, wenn man die Webseite nicht selbst erstellt, sondern eine Agentur beauftragt – denn eigentlich muss zunächst einmal die Agentur die Nutzungsrechte für die ausgewählte Schriftart haben: Denn auf deren Rechner wird die Software für die Bearbeitung des Kundenauftrags installiert.

 

Sollte allerdings auch der Webseitenbetreiber die Schrift auf seinem Rechner installieren wollen, muss er ebenfalls eine Lizenz erwerben: Denn die Agentur kann auch in diesem Fall die Lizenz nicht einfach an den Webseiteninhaber „weiterverkaufen“ … denn das ist rechtlich nicht möglich.

Falls die Agentur die Fonts unberechtigt einfach weiterreicht (egal ob gegen Bezahlung oder nicht), setzt sie sich dem Risiko von Konsequenzen wie z.B. dem Erlöschen der eigenen Lizenz oder Schlimmerem aus.

 

Wie sieht es nun aus, wenn man eine Homepage über einen Webseitenbaukasten wie 1&1 oder Jimdo erstellt?


Diese Baukästen stellen ja Schriften zum Einsatz zur Verfügung (wie unter anderem auch die Wordpress-Themes).

Bei Jimdo scheint es so zu sein, dass die Google Web Fonts genutzt werden, die frei verwendet werden können. Der Webseiten- baukasten liefert ja auch dabei keine Web-Fonts an seine Kunden aus, sondern stellt nur die Möglichkeiten, online eine Homepage zu erstellen.

Der Webseitenbetreiber hat also auf diesem Weg keine Möglichkeit, die betreffenden digitalen Schriften auf seinem Rechner zu installieren, sondern nutzt sie lediglich online innerhalb des Baukastensystems.
Insofern scheint man hier auf der sicheren Seite zu sein … solange man die vom Jimdo-System gelieferten Schriften verwendet und nicht auf die Idee kommt, fremde Schriften einzubauen (was technisch möglich wäre) ;-)

 

Hier finden Sie übrigens sehr ausführliche Erklärungen zu diesem recht komplizierten Thema:

http://www.typografie.info/3/page/artikel.htm/_/wissen/mythos-schriftlizenzen

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Über die Autorin:


Stefanie Engel unterstützt Unternehmer und Unternehmerinnen in Bezug auf die Sichtbarkeit der Firmenwebseite bei Google&Co.: Sie erstellt suchmaschinenoptimierte Webseiten und berät zu allen Online-Marketing-Massnahmen, speziell Google Adwords.

 

Mehr zu Thema Suchmaschinenoptimierung und Stefanie Engel: www.webseitenoptimierung-hamburg.de


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