Business-Speed-Dating:  

Hamburger Unternehmerinnentag in der Handelskammer - Foto: Annegret Hultsch
Hamburger Unternehmerinnentag in der Handelskammer - Foto: Annegret Hultsch

Eine gute Möglichkeit zum Netzwerken - und auch für die Neukundengewinnung

 

Vor kurzem fand in der Handelskammer der Hamburger Unternehmerinnentag 2015 statt; organisiert von der Kammer sowie von verschiedenen (Unternehmerinnen-) Verbänden.


Das diesjährige Hauptthema war „Netzwerken als Erfolgsmotor“ – und folgerichtig fanden sich im Programm neben anderen Möglichkeiten zum Kennenlernen auch zwei Runden Business-Speed-Dating.

Was ist Business-Speed-Dating überhaupt?

 

Das Prinzip:

Es ist dasselbe wie beim Speed-Dating für partnersuchende Singles:

Innerhalb einer relativ kurzen Zeit kommt man in Kontakt mit relativ vielen Menschen, die zu einem selbst passen könnten: in dem einen oder anderen Sinne = als potenzielle Liebespartner beim Original-Speed-Dating oder aber als potenzielle Kunden, Kooperationspartner oder Subunternehmer bei der Business-Variante.

 

Darüber hinaus gibt es noch die Form des Speed-Datings im Bereich Human Resources: Bei diesen Veranstaltungen suchen Firmen nach zukünftigen Mitarbeitern oder Auszubildenden. Auch die Kontaktaufnahme zwischen noch Studierenden, die schon einmal potenzielle Arbeitgeber kennenlernen möchten und den Personalverantwortlichen dieser Firmen wird inzwischen gerne einmal so gestaltet.

 

Wie funktioniert das Business-Speeddating?

 

Der Ablauf:

Das wichtigste Merkmal ist, zumindest bei der klassischen Variante, dass wirklich jeder mit jedem in Kontakt kommt – dass also regelmäßig pünktlich alle paar Minuten die Gesprächspartner gewechselt werden.

 

Bei der Organisation des Speed-Datings auf dem Hamburger Unternehmerinnentag habe ich mich für die kürzest mögliche Variante entschieden, nämlich 4 Minuten Gesprächszeit pro „Paarung“ = 2 Minuten Sprechzeit pro Teilnehmerin.

In dieser Zeit hat jede/r die Möglichkeit, dem Gegenüber das Wichtigste über sich mitzuteilen – ähnlich wie beim Elevator Pitch hat man jedoch nur sehr wenig Zeit. Deshalb ist es wichtig, sich schon vor der Veranstaltung genau zu überlegen, WAS eigentlich das Wichtigste über die eigene Person - aus Sicht der Gesprächspartner - sein könnte.

 

Mit einer Stoppuhr werden die 2x2 Minuten genau abgemessen und die Zeitabschnitte angesagt. Beim Schlussgong der jeweiligen Paarung werden aufgrund eines genauen Rotationsplans die Gesprächspartner gewechselt. Da man für das Wechseln der Plätze, die Anmoderation und Anlaufphase sowie die Verabschiedung auch ein paar Minuten einrechnen muss, dauert eine solche Veranstaltung mit 12 teilnehmenden Personen dann insgesamt ungefähr eine Stunde.

 

Organisations-Tipp:

Wer bei der Organisation auf Nummer sicher gehen möchte, plant noch ein paar Extra-Minuten ein: Denn interessanterweise werden die Teilnehmer/innen von Runde zu Runde immer unwilliger, wenn es wieder ans Wechseln geht! Als Außenstehender kann man gut wahrnehmen, wie sich eine Dynamik entwickelt – und wie oft innerhalb fast jeder Paarung immer wieder gelacht wird.

 

Die Teilnehmer berichten in der Regel danach dann von einem sehr hohen Spaßfaktor – und gleichzeitig aber auch davon, wie fordernd das Format für die Konzentration ist:

Beim Business-Speed-Dating stellt man sich ja idealerweise jeweils voll auf das Gegenüber ein und widmet ihm oder ihr die ganze Aufmerksamkeit. Aus diesem Grund ist das Format auch kaum mit mehr als 10-11 Talk-Partnern hintereinander sinnvoll durchzuführen.

Unter anderem deshalb gibt es auch andere Varianten des Speed-Datings im beruflichen Bereich, bei denen aus einer größeren Gruppe immer nur eine Handvoll tatsächliche Direkt-Gesprächspartner ausgelost werden.

 

 

Was bringt Business-Speed-Dating (im Gegensatz zu anderen Netzwerk-Formaten)?

 

1.)

Spaß … siehe oben!

 

2.)

Bei diesem Netzwerk-Format spürt man sofort, ob der sogenannte „Nasenfaktor“ zwischen der eigenen Person und dem Gesprächspartner stimmt … oder eben nicht.

Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass Speed-Datings für Singles sich immer noch einer gewissen Beliebtheit erfreuen. Denn unabhängig von dem, was in der kurzen Zeit des „Beschnupperns“ gesprochen wird, teilt sich doch sehr vieles ohne Worte mit: Und zwar gerade die Eigenschaften, die für ein Miteinander im privaten oder eben auch im beruflichen Bereich sehr wichtig sein können. Dazu zählen Dinge wie den anderen ausreden zu lassen, zuhören zu können, aufmerksam und interessiert zu sein und einiges mehr.

Angeblich braucht es ja nur 100 Millisekunden, bis das Gehirn unbewusst schon über Sympathie oder Antipathie entschieden hat. Ob es wirklich so schnell geht, sei einmal dahingestellt – aber sicher braucht man keine stundenlangen Gespräche, um herauszufinden, ob man sich mit dem betreffenden Menschen gerne noch einmal unterhalten möchte.

 

Bedenken Sie:

Auch Ihre potenziellen Kunden gehen bei der Entscheidung für einen Lieferanten oder Dienstleister nicht nur nach dem Preis oder der Fachkompetenz – sondern zu einem Gutteil nach dem Bauchgefühl. Das gilt umso mehr, wenn Sie mit vielen ähnlichen Wettbewerbern um neue Kunden konkurrieren!

 

3.)

Der wichtigste Vorteil ist aus meiner Sicht, dass man innerhalb von sehr kurzer Zeit viele Impulse bekommt und sich damit viele Möglichkeiten eröffnen – die man ja hinterher weiterverfolgen kann. Bei anderen Netzwerkveranstaltungen hängt es viel mehr vom Zufall oder auch vom eigenen Geschick ab, mit wem man ins Gespräch kommt – Business-Speed-Dating ist da sozusagen das „gerechtere“ Format.

Mir fällt im Zusammenhang mit anderen, interessanten Networking-Formaten beispielsweise das Xing-Cross-Table-Dinner ein – eine nette Veranstaltung mit leckerem Essen, die mir persönlich viel Spaß gemacht hat. Allerdings hatte ich aufgrund der Art des Formates nur mit denjenigen Kontakt, die während der jeweiligen Gangfolge mit mir an einem Tisch saßen: Und auch da war es dann keineswegs der ganze Tisch, mit dem man ins Gespräch kommen konnte – sondern oft nur der direkte Sitznachbar.

 

 

Die richtige Vorbereitung – für Teilnehmer

 

Wie kann man nun am meisten als Teilnehmer von einem Business-Speed-Dating profitieren?

Die meisten Teilnehmer möchten ja nicht nur Spaß haben, sondern auch hoffentlich wertvolle Kontakte aus der Veranstaltung mitnehmen: Deshalb ist es wichtig, für die Gesprächspartner auch selbst möglichst interessant und wertvoll zu sein – trotz der kurzen Zeit, die für die Vorstellung zur Verfügung steht.

 

Mein Tipp dazu:

Überlegen Sie sich vorab genau die Antworten auf die folgenden Fragen:

 

  • Wer bin ich und was mache ich (kurz und ohne „Fachchinesisch“!)
  • Für wen sind die Produkte bzw. Dienstleistungen, die meine Firma anbietet, geeignet
  • Was ist das Besondere daran (= das Alleinstellungsmerkmal)
  • Mit wem möchte ich warum besonders gerne in Kontakt kommen; was suche ich vielleicht sogar ganz konkret

 

Wenn die Zusammenstellung der Speed-Dating-Runde insgesamt gut gelungen ist, sollte eigentlich jede Paarung interessant sein – selbst wenn die Leistungen oder Branchen nicht genau zusammenpassen.

Ich bin selbst als Teilnehmerin einmal mit dem Besitzer eines Autohauses zusammengetroffen: So eine Paarung ist ein wenig schwierig, wenn man nicht gerade zufällig ein Auto sucht oder sich wenigstens grundsätzlich einigermaßen für Autos interessiert …

 

Aber dennoch gilt: Selbst wenn Sie jemandem gegenüber sitzen, mit dessen Business Sie hier und jetzt gar nichts anfangen können - Schenken Sie der Person trotzdem Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und verhalten Sie sich ganz einfach so, wie Sie selbst in der nächsten Runde behandelt werden möchten - Dann klappt es hier auch mit der Neukundengewinnung :-)

 

Viel Spaß und gute Kontakte!

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Über die Autorin:


Stefanie Engel unterstützt Unternehmer und Unternehmerinnen in Bezug auf die Sichtbarkeit der Firmenwebseite bei Google&Co.: Sie erstellt suchmaschinenoptimierte Webseiten und berät zu allen Online-Marketing-Massnahmen, speziell Google Adwords.

 

Mehr zu Thema Suchmaschinenoptimierung und Stefanie Engel: www.webseitenoptimierung-hamburg.de


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